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Naturfotografen Schweiz

Eine Reise ins Ich

Das, was wir mit den Augen von unserer Umwelt wahrnehmen, wird unweigerlich an unser Gehirn weitergeleitet und zu weit mehr verarbeitet als eine reine Wiedergabe der Realität. Mit den Bildern in unserem Kopf sind unmittelbar Wissen, Emotionen, Erfahrungen, Erlebtes, Positives wie auch Negatives unzertrennlich miteinander verbunden.

Letztendlich sehen wir mit unserem Kopf und nicht mit den Augen.

In diesem Sinne bedeutet für mich Fotografie dann eben nicht nur, möglichst „tolle Bilder“ machen zu können sondern es ist vielmehr das Werkzeug meiner Wahl, um mich mit meiner Umwelt bewusster auseinander zu setzen.

Es geht mir dann eben nicht nur darum was man fotografiert, nicht womit man das fotografiert, sondern vielmehr auch warum man es fotografiert. Um das was hinter einem Bild steht, um das, was sich nicht auf den ersten Blick offenbart. Es geht nicht darum, dass man etwas einfach nur schön bunt findet, sondern warum es einem etwas bedeutet.
Gute Fotografie ist vor allem deshalb auch eine Reise ins Ich, zu sich selbst. Es bedeutet, seine eigenen Gedanken und Wertvorstellungen zu erforschen und offen zu legen, in der Hoffnung, dass sie jemand anderem genau so viel bedeuten wie einem selbst.

In diesem Sinne möchte ich dich gerne auf eine kleine Reise einladen. Auf eine Reise in meine eigene kleine Welt der Bilder und Gedanken, Interpretationen und Emotionen. Eine fotografische Reise, die nicht etwa irgendwo in Irland oder einem entfernten exotischen Fotomotiv enden wird, sondern vielmehr bei dir selbst.

Willkommen an Bord.....

Aber ich hab mich ja noch nicht einmal vorgestellt...

Irgendwie fällt es mir schwehr, mich selbst zu beschreiben, aber ich will es einmal versuchen:

Als mir vor vielen Jahren einmal Opas alte Rollfilmkamera in die kindlichen Hände gefallen ist, hat Selbige das zwar nicht lange überlebt, aber die Neugier an der Möglichkeit, sich bildlich ausdrücken zu können, war trotzdem geboren. Viele Jahre aus reiner Neugier fotografiert hab ich irgendwann einmal beschlossen, das zu intensivieren und mich seitdem mit sehr vielen Bereichen wie der Sportfotografie, Landschaftsfotografie, Werbefotografie bis hin zum eigenem Fotostudio beschäftigt. Immer autodidaktisch.... Obgleich einer intensiven Auseinandersetzung stand ein "amtliches Studium" dann irgendwie doch nie wirklich im Focus. Hatte ich doch irgendwo auf meinem Weg mit mir selbst ausgemacht, das Fotografieren im Grunde etwas sehr Persönliches, ja man könnte gar sagen fast intimes ist. Denn letztendlich sind das meine eigenen Interpretationen, meine Bilder in meinem Kopf, meine Wertvorstellungen, meine Ideen… und es wäre eher kontraproduktiv gewesen, sich pauschal fremde Ideen und Arbeitsweisen einzuverleiben, nur um rein optisch vermeintlich "coolere" Bilder anfertigen zu können. Denn eines muss man als Fotograf verstehen: Das reine technische Handwerk ist nicht das, was gute Fotografie ausmacht. Eine Kamera zu bedienen, einen Filter oder Blitz zu benutzen, eine Belichtung zu messen, ja selbst aufwendige Beleuchtungs-Setups eines Fotostudios oder Bildbearbeitung mit Photoshop etc. kann man in kurzer Zeit erlernen. Das ist nicht die Kunst. Richtige Fotografie ist für mich das, was darüber hinaus geht.

Ja, und obwohl ich es weniger mag mich mit fremden Worten zu schmücken möchte ich mein "About" mit einem Zitat eines grossen Fotografen beenden. Für mich eines der wenigen Fotografie-Zitate, in denen wirklich Weisheit steckt :
Küchenchef in einem Restaurant: "Ihre Fotos gefallen mir - Sie haben bestimmt eine gute Kamera." Helmut Newton (nach dem Essen): "Das Essen war vorzüglich - Sie haben bestimmt gute Töpfe."
Helmut Newton

Braucht es noch ein Blog...

Ja ich habe sehr lange überlegt, ob die Welt überhaupt noch ein weiteres Blog über das Thema benötigt. Aber ich persönlich finde es einfach sehr schade, das in vielen der bekannten Quellen das Thema Fotografie immer mehr als etwas eher elitäres beschrieben wird. Als etwas, das sich nur begabte Menschen mit einem gewissen Budget für exotische Fernreisen und natürlich der teuren Technik leisten können. Irgendwie beschleicht mich da manchmal der Eindruck, das Fotografie für so manchen eher ein Werkzeug für eine materielle Selbstinzenierung und weniger einer geistigen Auseinandersetzung mit seinem eigenem Leben ist. Dabei bedeutet doch gute Fotografie mitnichten, zwingend bunte Bilder vom Polarlicht anfertigen zu müssen. Tatsächlich bedeuten mir die Orchideen hier im Goldauer Bergsturzgebiet zum Beispiel doch viel mehr als ein mehrere tausend Kilometer entfernter exotischer Felsen.
Und deswegen möchte ich dir mit meinem Blog meine ganz persönliche Art der Fotografie ein wenig näher bringen. Eine Fotografie, die weniger auf Effekthascherei und möglichst coole Bilder aus ist, sondern sich vielmehr hier mit dem Leben vor Ort, mit meiner und somit auch deiner direkten Umgebung auseinander setzt. Mit meinem Blog möchte ich dir gerne zeigen, das man auch hier vor der eigenen Haustür gute und eindrucksvolle Bilder fotografieren kann.

Ach und bevor ich das vergesse: In meinem Blog gibt es keine bezahlte Werbung, keine gesponserten Produktempfehlungen. Mir ist es wichtig, dir hier wirklich eine Hersteller-unabhängige Informationsquelle sein zu können.